Die
Strategien der Sieger
Was
Stars wie
Heidi Klum, Sharon Stone und Roger Federer gemeinsam haben und was
wir von Top-Leuten lernen können
Heidi
Klum ist eines der gefragtesten Models und prangt im Dauereinsatz auf
sämtlichen Titelseiten. Ihr strahlendes Lächeln und ihr natürliches
Wesen sind sehr gefragt. Dabei begann ihre Karriere erstmal steinig.
Obwohl die gebürtige Westfälin nach New York ging und auch
Titelseiten wie "Self" zierte, dauerte es ab 1995 noch vier
Jahre, bis ihr der Durchbruch gelang. Lange Zeit machte sie Werbung
für Versandkataloge, bis sie endlich bei Victoria’s Secret unter
Vertrag genommen wurde. Das erfolgreiche Model glaubte auch in Zeiten
an sich, als ihr der Mut durchaus
hätte sinken können. Denn im Gegensatz zu Kate Moss war sie üppig
gebaut und in Paris war 1993 genau dieser spindeldürre Typ gefragt.
Heidi Klum peilte immer ein Ziel an und arbeitete darauf hin wie
darauf, für Sports Illustrated Bademoden vorzuführen. Sie stürzte
sich für das Shooting in Konditionstrainings und achtete auf ihre
Ernährung. Der Coup gelang ihr wie - fast - alles in ihrem Leben.
Auch privat münzte sie die Trennung von ihrem Ex-Freund Flavio
Briatore in ein neues Glück mit dem Schmusesänger Seal um, mit dem
sie ihr erstes gemeinsames Kind bekommen hat.
Von
Spitzenmanagern lernen
Auch
Spitzemanager machen vor, wie Erfolg funktioniert. Um Weltklasse zu
sein, bedarf es einem langen Atem und der Treffsicherheit.
Unternehmen wie Coca-Cola, Microsoft, Aldi oder Siemens haben ihr
Konzept für einen langanhaltenden Erfolg gefunden. Der variiert je
nach Produktsparte. Aldi bietet Qualitätswaren zu konkurrenzlos
niedrigen Preisen an. Microsoft ist stark in der Entwicklung und dem
Vertrieb von Betriebssystemen und anderen Softwarelösungen. Siemens
lässt Ingenieure elektronische Produkte für Business oder Consumer
entwickeln. Das allein reicht allerdings nicht. Das Management muss
langfristige Ziele setzen. Erfolgreiche Menschen haben einen
unerschütterlichen Glauben an sich und ihre Fähigkeiten. Sie
visieren etwas an und lassen sich auch durch Rückschläge niemals
entmutigen. Legendär sind die Beispiele aus der Geschichte. Nachdem
Fred Astaire 1933 seine ersten Probeaufnahmen gemacht hatte, urteilte
der Regisseur von MGM in einer Notiz: „Kann nicht schauspielern,
Halbglatze, kann ein bisschen tanzen!“ Astaire, so heißt es,
rahmte sich diese Notiz später ein und hängte sie über den Kamin
seiner Villa in Beverly Hills. Auch Albert Einstein, der Begründer
der Relativitätstheorie musste sich Hohn und Spott gefallen lassen.
Über ihn wurde gesagt: „Er trägt keine Socken und vergisst, sich
die Haare zu schneiden zu lassen. Könnte geistig zurückgeblieben
sein.“ Erfolgreiche versuchen es weiter, Erfolglose suchen nach
einer Ausrede.
Die
Zielscheibe im Auge
Exzellente
Manager steuern unter kurzfristigen Bedingungen und behalten den
Horizont im Auge. Top-Führungskrägte planen mehrere Schritte im
voraus. Dazu ein Statement von Larry Bossidy, dem ehemaligen Chairman
und CEO von Honeywell: „Ich gebe nicht viel um diesen Blödsinn,
man müsse kurzfristige Quartalsgewinne erreichen auf Kosten
langfristiger Investition und Leistung. Sie müssen die richtige
Ausgewogenheit finden zwischen dem Erzeugen der richtigen Erwartungen
und dem Erreichen Ihrer kurzfristigen Quartalsziele, während Sie
gleichzeitig einen Weg finden, die richtigen Investitionen für
langfristiges Wachstum anzulegen.“ Klingt kompliziert, ist aber
machbar, wie viele Beispiele aus der Wirtschaft zeigen. Insbesondere
dann, wenn sich Leidenschaft für ein Produkt oder eine
Dienstleistung mit dem kühlen Sachverstand und Instinkt paaren. Wer
von seiner eigenen Ware nicht überzeugt ist, wird andere niemals
mitreißen können. Da nützen auch gute Produkte und kühle
Rechenspiele nichts. Thomas A. Edison wusste: „Erfolg hat nur, wenn
er etwas tut, während er auf den Erfolg wartet.“ Und der
Unternehmer Philipp Rosenthal gibt den Ratschlag: „Wer aufhört,
besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein.“ Malcolm Forbes,
ebenfalls Manager setzt auf Risikobereitschaft und formulierte
einmal: „Wer Angst vor Misserfolg hat, wird niemals wirklich Erfolg
haben.“
Eine
besondere Leidenschaft
Starbucks
ist eines der besten Beispiele dafür, was die eigene Überzeugung
ausmacht. Howard Schulz war immer schon vom Kaffee, von Kaffeehäusern
und dem würzigen Duft der Kaffeebohnen fasziniert. Diese
Begeisterung war der Motor, der ihn zu einem Kaffeeexperten werden
ließ. In Mailand beobachtete er das Treiben in den Capuccinobars,
nachdem er in San Francisco bei Starbucks Coffee Company als Leiter
Verkauf und Marketing gearbeitet hatte. Seine jahrelangen Studien in
Italien überzeugten ihn, in den USA einen neuen Markt zu eröffnen.
Zunächst gründete er „Il Giornale“ und bewies mit dieser
eigenen kleinen Kaffee-Kette auch Starbucks, dass sein Konzept
funktionierte. 1987 kaufte Howard Schultz das grüne Logo von
Starbucks. Starbucks gehört heute zu einem weltweit bekannten
Unternehmen, das unmittelbar mit Feinschmeckerkaffee und Ausgehen in
Verbindung gebracht wird. Übrigens war Howard Schultz keiner, dem
der Erfolg in die Wiege gelegt worden war. "Meine Chancen, so
erfolgreich zu werden, waren so schlecht, dass Sie nie auf mich
gewettet hätten. Ich wollte immer so eine Art von Unternehmen
aufbauen, in dem mein Vater, ein Lkw-Fahrer und Fabrikarbeiter, der
eines Tages verletzt wurde und am nächsten Tag seinen Job los war,
eine Chance bekommen würde zu arbeiten.." Schultz ließ sich von
seinem Herzen leiten und hatte ein langfristiges Ziel, das er in
kleine Einzelschritte zerlegte.
Viel
Einsatz nötig
Überdurchschnittliches
Engagement führt automatisch zu einer Spezialisierung. Und das trotz
oder gerade durch Fehlschläge auf dem Weg zum ersehnten Ziel wie
damals bei dem Tennis-As Steffi Graf, die mit 26 Jahren schon alles
gewonnen hatte, was es zu gewinnen gab. Bereits mit vier Jahren
spielte sie stundenlang im Hobbykeller ihrer Eltern Tennisbälle
gegen die Wand. Ihr eigen waren schon damals Besessenheit und eine
besondere Hartnäckigkeit. Mit sechs Jahren gewann sie das
„Zwergl-Turnier“, mit acht ihr erstes Turnier. 1981 wurde sie
Europameisterin in der Klasse bis 14 Jahre. Die Spitzensportlerin war
extrem Ziel fiixiert, ehrgeizig und niemals mit sich zufrieden. Aber
noch ein Faktor spielte eine Rolle, wie aus ihren Aussagen
hervorgeht: ‘Aber vielleicht versuche ich zu oft, meine Grenzen zu
erfahren.’ Steffi Graf blickte immer voraus, auf die nächste
Herausforderung. "An den Gründen für meine Motivation hat sich
eigentlich seit Jahren nichts geändert. Ich möchte besser und
besser werden", sagte sie 1994 gegenüber der Presse. Der
Erfolgsautor Dale Carnegie wusste, dass Zielvorgaben absolut wichtig
für den Erfolg sind: ‘"Sich kleine Ziele setzen. Sie erreichen.
Sich neue, etwas größere Ziele setzen. Sie erreichen - so
funktioniert Erfolg." Natürlich gehört auch Hartnäckigkeit dazu
wie Ernst R. Hauschka sagte: „Wer Ausdauer besitzt, ist fast schon
am Ziel.“ Und eiserne Disziplin wie bei Karl Lagerfeld, der
unermüdlich arbeitet. Steffi Graf kannte diesen Schlüssel bereits
früh. Sie urteilte über Tennis-KollegInnen: "Viele haben das Zeug
zu einer großen Tenniskarriere, aber nur wenige haben die
Selbstdisziplin, die dazu nötig ist." Erfolgreiche haben eine
große Frustrationstoleranz. In Max Schmelings Wortschatz kam der
Begriff „aufgeben“ gar nicht vor. Auch Evander Holyfield,
Box-Weltmeister sah das so: „Nicht aufgeben ! Es gibt Rückschläge,
aber es gibt keine endgültige Niederlage.“
Diverse
Faktoren sind wichtig
Arbeitswille,
Beharrlichkeit, Begeisterungsfähigkeit, Geduld, Integrität,
Intuition, Mut, Risikobereitschaft, Selbstdisziplin, der Wille und
die Zuversicht sind Schlüsselfaktoren auf dem Weg zum Ziel. Ohne
pausenloses Training würde kein Spitzensportler auf das
Siegertreppchen gelangen. Ohne die Beharrlichkeit hätten weder
Marilyn Monroe noch Erfolgsautor Stephen King ihren Ruhm erlangt.
Stephen King schrieb trotz anfänglicher Absagen durch 30 Verlage
konsequent weiter und landete mit ‘Carrie’, seinem fünften
Roman, Welterfolg. Walt Disney klapperte 302 Banken ab, bis er
endlich einen Kredit bekam. Allen erfolgreichen Menschen ist eines
gemeinsam: sie nahmen ihr Leben in die Hand und agierten. Sie
warteten nicht ab, sondern begannen sofort damit, sich auf ihr Ziel
hinzubewegen. Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Der Mann, der
den Berg abtrug, war derselbe, der damit angefangen hatte, kleine
Steine wegzutragen.“ Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, heißt ein
anderes.
Visualisierung
des Vorhabens
Erfolgreiche
Menschen steuern nicht nur kontinuierlich auf ihr Ziel zu, sie
visualisieren es auch gedanklich. Für den Extrem-Bergsteiger
Reinhold Messner beginnt die Erreichung eines Vorhabens im Kopf.
Zunächst mit einem Wunschtraum, dann mit der Idee, der Vision und
schließlich mit dem konkreten Konzept. Alle Einzelheiten speichert
er im Kopf bildlich ab. Genau wie alle anderen erfolgreichen Menschen
erwartet er, dass er dort ankommt, wo er hin will. Der eiserne Wille
ist eine starke Macht. Durch diesen Willen nahm er eine harte
Vorbereitung und Rückschläge in Kauf. Es war der Preis, den er
dafür zu zahlen bereit war. Doch die Besessenheit von etwas lässt
jeden diese Hürden als Weg zum Ziel und nicht als Probleme sehen.
Messner formulierte es so: „Mit der richtigen Einstellung kann ich
auch das hundertste Hindernis bewältigen.“ Die Gedanken kann jeder
mit ein wenig Übung steuern. Häufig wiederholte mit Emotionen
angereicherte Gedanken werden irgendwann Realität. Messner rät
dazu, die Realutopien im Halbschlaf zu visualisieren. Dadurch werden
sie im Unterbewusstsein verankert. Es ist grundsätzlich sicher
angenehmer, eher Positives als Negatives anzunehmen. Anstatt sich an
unglückliche Situationen zu erinnern, können genauso gut frühere
Erfolge aus dem Gedächtnis abgerufen werden. Vor allem in
Krisenzeiten kann dieses mentale Training einen aus dem Tief
herausholen.
(c)
Corinna S. Heyn
Nathalie
Daiber/Richard Skuppin, Die Merkel-Strategie. Deutschlands erste
Kanzlerin und ihr Weg zur Macht. Hanser Verlag 2006
Bolko
v. Oetinger, Hänsel und Gretel und die Kuba-Krise. 13 Wege,
Strategie neu zu denken. Hanser 2006
Iris
und Jochen Grün, Do - der Weg. Die Weisheit Asiens. atmosphären;
München 2005
Heidi
Klum, Natürlich erfolgreich. S. Fischer Verlag 2005.
Marita
Thiel, Erfolgsstorys. Deutsche Topmanagerinnen machen’s vor. Krüger
2002
Literatur:
Focus Magazin Verlag/Unternehmen Erfolg Focus Forum: Die
Erfolgsmacher, Von den Besten profitieren. Campus Verlag
Frankfurt/New York 2004;
Wolf
W. Lasko/Frank Frenzel, Die Magie der Erfolgreichen. Wetten, daß
auch Ihr Talent geweckt werden kann? Junfermann Verlag, Paderborn
1996;
James
M. Citrin/Richard A. Smith/Christine Stimpel, Das Geheimnis
außergewöhnlicher Karrieren. Die fünf Prinzipien für den Weg an
die Spitze. Basierend auf der Spencer Stuart-Studie. Campus Verlag
Frankfurt/New York 2004;
Thomas
Hohensee, Glücklich wie ein Buddha. Sechs Strategien, alle
Lebenslagen zu meistern. Kreuz Verlag Stuttgart/Zürich 2003
Positive Glaubenssätze:
1. Erwarten Sie das Gute, nicht
das Schlechte.
2. Andere Menschen können
einen weder glücklich noch unglücklich machen.
3. Glauben Sie an Ihre Ziele.
Verinnerlichen Sie sie.
4. Sehen Sie Rückschläge als
Herausforderung und denken Sie: jetzt erst recht !
5. Unglück ist nicht ewig. Es
kommt und geht.
6. Ziehen Sie keine Vergleiche.
7. Freuen Sie sich über
Positives, ziehen Sie es nicht in den Schmutz.
8. Nicht die Umstände
bestimmen Ihr Glück, sondern Ihre Gedanken.
9. Sie können denken, was Sie
wollen. Nehmen Sie sich diese Freiheit!
10. Setzen Sie sich positive
Ziele und grübeln Sie nicht über Negatives - schon gar nicht über
Vergangenes.
11. Glück ist kein Zustand,
sondern ein Prozess.
12. Lenken Sie sich durch etwas
Angenehmes vom Traurigen und Schlechten ab. Gönnen Sie sich etwas
Gutes !